Elfriede Paul

Biografie şi Bibliografie

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Elfriede Paul (* 14. Januar 1900  in Köln; † 30. August 1981  in Ahrenshoop) war eine deutsche Ärztin, Gesundheitspolitikerin und Widerstandskämpferin in der Roten Kapelle.

Leben

1920 bestand sie die Reifeprüfung und erlangte schließlich die Lehrbefähigung für höhere Schulen. Durch ihren Vater entdeckte Elfriede Paul die Lust am Wandern und schloss sich einer SPD-nahen Jugendorganisation an. Durch ihre Jugendliebe kam sie zur KPD, der sie 1921 offiziell beitrat. Von 1921 bis 1923 arbeitete Elfriede Paul als Lehrerin und von 1924 bis 1929 war sie Leiterin eines Kinderheims (Waisenhauses) in Hamburg. 1928 begann sie ein Medizin-Studium in Berlin und Wien. Ihren Lebensunterhalt musste sie durch Gelegenheitsarbeiten bestreiten. 1933 legte sie das Staatsexamen in Berlin ab und absolvierte anschließend das praktische Jahr im Strahlungsinstitut der Friedrich-Wilhelms-Universität. Die Approbation erhielt sie 1934, danach war sie als unbezahlte Volontär-Assistentin im Hygienischen Institut der Universität und gleichzeitig in der "Beratungsstelle für Erb- und Rassepflege der Stadt Berlin", in der Säuglingsfürsorge im Bezirk Mitte sowie als Schulärztin tätig. In ihrer Dissertation von 1936 beschäftigte sich mit der "Beeinflussung der Menstruation durch das Landjahr". 1936 eröffnet sie eine eigene Praxis in der Sächsischen Straße in Berlin-Wilmersdorf.

1936 ist auch das Jahr, in dem sie Walter Küchenmeister kennen und lieben lernte. Über ihn bekam sie Kontakt zu den Widerstandsgruppen um Schulze-Boysen und Harnack. Ihre Praxis wurde zum Treffpunkt und Nachrichtenzentrum. Nach außen hin hatte sie sich durch Mitgliedschaften in der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (1933), im Bund Deutscher Mädel (1935) und im Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund (1936) mit dem Nationalsozialismus arrangiert.

Nach der Befreiung, die sie in der Haftanstalt Leipzig/Klein-Meusdorf erlebte, eröffnete sie im August 1945 zunächst eine Praxis in Burgdorf bei Hannover, wohin ihre Schwester die Berliner Praxiseinrichtung hatte retten können. Elfriede Paul saß als Vertreterin der KPD im örtlichen Entnazifizierungsausschuss. Mit Gründung des Landes Hannover im August 1946 wurde sie „Minister für Aufbau, Arbeit und Wohlfahrt“ einschließlich des Gesundheitswesens. Zugleich vertrat sie die KPD im Landtag. Beide Funktionen endeten im November 1946, als Hannover im neugebildeten Land Niedersachsen aufging.

1951 wurde Sozialhygiene Staatsexamensfach im Medizinstudium der DDR. Elfriede Paul war die erste Frau, die sich in der DDR im Fach Sozialhygiene habilitierte. Doch auch sie musste erfahren, "dass es (auch) unter unseren gesellschaftlichen Verhältnissen noch Wissenschaftler gab, die Frauen Hindernisse in den Weg legten".[1]

Ihre Habilitationsschrift verfasste sie über "Untersuchungen über Ursachen, Häufigkeit und Dauer der Arbeitsunfähigkeit bei Frauen". Sie war nicht nur die erste Frau in Fach Sozialhygiene, sondern im gesamten damaligen Lehrkörper in Magdeburg.

Am 1. August 1956 wurde sie zur Direktorin des Instituts für Sozialhygiene der Medizinischen Akademie Magdeburg berufen. "Es war mir nicht leicht gefallen", schrieb sie in ihren Memoiren, "während der Nazizeit auf meine wissenschaftliche Laufbahn zu verzichten. Dann hatte die Haft meine ärztliche Praxis unterbrochen, und nach der Befreiung standen zunächst andere Aufgaben im Vordergrund."[2]

Elfriede Paul erhielt in der Medizinischen Akademie Magdeburg (MAM) ab 1957 zusätzlich einen Lehrauftrag für Arbeitsmedizin. Als Sozialhygienikerin bezog sie Kliniker der verschiedensten Gebiete in die Vorlesungsreihe “Arbeitshygiene” ein.[3]

Werkauswahl

    * Ein Sprechzimmer der Roten Kapelle; Berlin 1981
    * Wegbegleiter auf unebener Straße, in: Ärzte - Erinnerungen, Erlebnisse, Bekenntnisse hrsg. und kommentiert von Günther Albrecht und Wolfgang Hartwig, Berlin 1988, S.93-117.
    * Gesundheitsschutz der Frau in unserer Landwirtschaft; Verlag Volk und Gesundheit: Berlin 1974

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