Wolfgang Kohlhaase

Biografie şi Bibliografie

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Wolfgang Kohlhaase (* 13. März 1931  in Berlin) ist ein deutscher Drehbuchautor, Regisseur  und Schriftsteller. Er gilt als „einer der wichtigsten Drehbuchautoren der deutschen Filmgeschichte“.

Leben und Werk

Wolfgang Kohlhaase ist ein Sohn des Maschinenschlossers Karl Kohlhaase und seiner Frau Charlotte, geb. Lentzkow. Er wuchs in Berlin-Adlershof auf und besuchte die Volks- und Mittelschule. Schon während der Schulzeit begann er zu schreiben und wurde 1947 Volontär und Redakteur bei der Jugendzeitschrift Start, dann Mitarbeiter der FDJ-Zeitung Junge Welt. Von 1950 bis 1952 arbeitete er als Dramaturgie-Assistent bei der DEFA in Potsdam-Babelsberg. Seit 1952 ist Kohlhaase freischaffender Drehbuchautor und Schriftsteller.

Seine ersten Filme orientierten sich am Stil des italienischen Neorealismus, die er vor allem mit seinem Freund Gerhard Klein umsetzte. Dem Sozialdrama Berlin – Ecke Schönhauser (1956/57) mit Ekkehard Schall als einem rebellischen und Orientierung suchenden Hauptdarsteller wurde von offizieller Seite daraufhin eine „zu große Konzession“ an den Neorealismus und eine zu negative Sichtweise vorgeworfen.[4] 1965 wurde ihr Filmprojekt Berlin um die Ecke nach den Beschlüssen des XI. Plenums des ZK der SED vorzeitig beendet und verboten. In diesem Spielfilm war der Hauptspielort die Fabrik, wo Kohlhaases Vater als Reparaturschlosser gearbeitet hatte. Danach zieht er sich vorläufig vom Drehbuchschreiben zurück und verlegt sich auf eine schriftstellerische Arbeit. Doch schon Mitte der 1960er Jahre arbeitet er wieder mit dem Regisseur Konrad Wolf zusammen. Aus ihrer gemeinsamen Arbeit gehen mehrere international prämierte Spielfilme hervor, darunter Ich war neunzehn (1968) und Solo Sunny (1980).

Nach der Wende bleibt er im Filmgeschäft, unter anderem zeichnet er mit Volker Schlöndorff das heikle Kapitel des Exils von RAF-Mitgliedern in der DDR auf eine sensible Weise nach (Die Stille nach dem Schuss, 2000). In den 2000er Jahren arbeitet er zwei Mal mit dem Regisseur Andreas Dresen zusammen, an dem er besonders seine „freundliche“, „beinahe zärtliche“ Sicht- und Umgangsweise mit den Schauspielern und ihren dargestellten Figuren schätzt. Dresen wiederum bestätigt, dass Kohlhaase und er dieselbe „Sicht auf Welt und Menschen“ teilen. Kohlhaases Kunst habe immer etwas mit Partnerschaft und Freundschaft zu tun.

Seine Filmstoffe handeln bis heute über Geschichten aus dem Alltag und sind an einer differenzierten, realistischen Darstellung der Protagonisten und ihrer jeweiligen Lebensumstände interessiert. Am Stil seiner Drehbuchdialoge wird „ein knapper, lakonischer Ton“ geschätzt, ein „Dialogwitz“, der „lebensklug“ und „melancholisch, manchmal sogar bitter“ wirke. Anlässlich der Verleihung des Goldenen Ehrenbärs für sein Lebenswerk auf der Berlinale 2010 lobte die Jury Kohlhaases „Gespür für Authentizität in seinen Figuren wie in seinen Geschichten, seine lakonische, sehr ökonomische Sprache und seine feine Ironie.“

An verschiedenen Hochschulen gibt er Kurse über das Schreiben von Drehbüchern.

1972 wurde Kohlhaase Mitglied der Akademie der Künste der DDR, 1991 ist er in die Akademie der Künste Berlin-Brandenburg aufgenommen worden.

Er lebt in Berlin und Reichenwalde und ist mit der Tänzerin und Choreografin Emöke Pöstenyi verheiratet.

Filmographie

Drehbuch

    * 1952/53: Die Störenfriede – Regie: Wolfgang Schleif
    * 1953/54: Alarm im Zirkus – Regie: Gerhard Klein
    * 1955/56: Eine Berliner Romanze – Regie: Gerhard Klein
    * 1956/57: Berlin – Ecke Schönhauser – Regie: Gerhard Klein
    * 1959: Der schweigende Stern – Regie: Kurt Maetzig
    * 1961: Der Fall Gleiwitz – Regie: Gerhard Klein
    * 1961/62: Josef und all seine Brüder – Regie: Erwin Stranka
    * 1963: Sonntagsfahrer – Regie: Gerhard Klein
    * 1965: Berlin um die Ecke – Regie: Gerhard Klein (zunächst unvollendet, Uraufführung 1987)
    * 1968: Ich war neunzehn – Regie: Konrad Wolf
    * 1974: Der nackte Mann auf dem Sportplatz – Regie: Konrad Wolf
    * 1976: Mama, ich lebe – Regie: Konrad Wolf
    * 1980: Solo Sunny – Regie: Konrad Wolf
    * 1982: Der Aufenthalt – Regie: Frank Beyer
    * 1984: Die Grünstein-Variante – Regie: Bernhard Wicki
    * 1985: Die Zeit, die bleibt – Regie: Lew Hohmann
    * 1988: Der Bruch – Regie: Frank Beyer
    * 1991: Begräbnis einer Gräfin – Regie: Heiner Carow
    * 2000: Die Stille nach dem Schuss – Regie: Volker Schlöndorff
    * 2002: Baby – Regie: Philipp Stölzl
    * 2005: Sommer vorm Balkon – Regie: Andreas Dresen
    * 2008/09: Haus und Kind – Regie: Andreas Kleinert
    * 2009: Whisky mit Wodka – Regie: Andreas Dresen

Regie

    * 1979: Solo Sunny – Buch; Co-Regie mit Konrad Wolf
    * 1992: Inge, April und Mai – Buch; Regie mit Gabriele Denecke
    * 1998: Victor Klemperer – Mein Leben ist so sündhaft lang – Buch und Regie mit Ullrich Kasten

Bücher

    * Alarm im Zirkus. Berlin 1954
    * Eine Berliner Romanze. Berlin 1956
    * Nagel zum Sarg. Geschichten. Berlin 1976
    * Silvester mit Balzac und andere Erzählungen. Berlin 1977; Berliner Taschenbuch Verlag BVT 2006, ISBN 978-3-8333-0450-7; Edition Schwarzdruck, Berlin 2003, ISBN 978-3-935194-15-0
    * Die Grünstein-Variante. Eine Geschichte in Erinnerung an Geschichten, die Ludwig Turek erzählt hat. Hörspiel. Berlin 1980
    * Fisch zu viert. Ein Moritatsachenbericht über eine höchst beklagenswerte Affäre im Jahre 1838 sowie im Märkischen bei Neuruppin. München 1981
    * Der Bruch – Das Buch zum Film. Lübbe, Bergisch Gladbach 1989, ISBN 3404132211
    * Sommer vorm Balkon. Mit Interviews von Regine Sylvester. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2005, Ill., ISBN 3-7466-2189-5

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